15.09.2026: Ja, wir können das!
Voller Stolz können wir heute über das größte Projekt berichten, das wir jemals an einem Tag absolviert haben. Eine Komposition aus Kraft, Fingerspitzengefühl und einigem Schweiß.
Wie bereits zuvor schon erwähnt, arbeiten wir gerade an der Dampflok 50 3682, die in einiger Zeit wieder betriebsfähig werden soll. Leider ist ihr bisheriger Kessel in so schlechtem Zustand, dass eine Reparatur zu aufwändig ist. Wir haben uns daher nach einem Ersatzkessel umgesehen, der in weitaus besserem Zustand ist, auch wenn man es ihm äußerlich nicht ansieht. Dieser Kessel war bislang auf einem Güterwagen zwischengelagert.
Die Aufgabe am vergangenen Samstag bestand nun darin, den Ersatzkessel zunächst auf Hilfsdrehgestelle zu heben. Sie haben den Vorteil, dass sie nicht so hoch sind wie der Güterwagen und zudem viele Stellen des Kessels besser zugänglich sind. Die Hilfsdrehgestelle, die eigentlich dazu verwendet wurden, um Wagenkästen von Reisezugwagen im benachbarten Ausbesserungswerk zu transportieren, wurden zuvor entsprechend angepasst, um den runden Kessel sicher aufnehmen zu können.
Der Plan bestand zunächst darin, den Kessel mit Hilfe von vier Hebeanlagen vom Wagen abzuheben, den Wagen wegzurangieren und die Hilfsdrehgestelle in Position zu bringen. Dazu mussten als Erstes die vier Hebeanlagen genau ausgerichtet werden, die über eine zentrale Steuerung synchron bedient werden können.
Dann wurden die extra angefertigten Traversen, die jeweils die gegenüberstehenden Hebeanlagen verbanden, bereitgelegt. Sie verfügen über besondere Einrichtungen, die ein seitliches Wegrollen des runden Kessels verhindern. Schließlich wurde der Wagen mit dem Ersatzkessel in die Werkhalle rangiert und zwischen den Hebeanlagen positioniert. Schließlich konnte der Kessel angehoben und der Transportwagen wegrangiert werden. Danach wurde der Kessel auf die Hilfsdrehgestelle gesetzt und vor unseren Lokschuppen geschoben.
Nach dem Mittagessen beschäftigen wir uns mit der Lokomotive, deren bisheriger Kessel auch noch vom Rahmen abgehoben und auf den Transportwagen gesetzt werden sollte. Wir hatten ja nun schon einige Erfahrungen beim Anheben gewonnen und deshalb ging das Abheben des Kessels vom Fahrwerk der Lok recht gut, nachdem wir uns davon überzeugt hatten, dass auch wirklich alle Verbindungen gelöst waren.
Dann wurde der Kessel vom Rahmen gehoben. Dabei war Augenmaß gefragt, dass die Hebeanlagen auch wirklich synchron liefen und der Kessel gleichmäßig angehoben wurde. Zuletzt wurde der Kessel noch auf dem Transportwagen abgesetzt und Fahrwerk und Wagen an die Standorte rangiert, wo sie für die weiteren Arbeiten untergebracht werden sollen. Bei Einbruch der Dämmerung war alles an seinem Platz.
Lieben Leser, Sie können sich wahrscheinlich vorstellen, dass das eine Mammutaufgabe war, vor der wir zunächst einen großen Respekt hatten. Immerhin haben wir so etwas noch nie selber gemacht und so große und schwere Teile zu bewegen, birgt immer ein gewisses Risiko. Wir sind daher ganz besonders stolz und froh, dass alles wie geplant funktioniert hat. Danke an das Team, Ihr seid die Guten! An dieser Stelle danken wir auch sehr herzlich den Schienenfahrzeugwerken Wittenberge für die logistische Unterstützung.
Die oben beschriebene Aktion verlief weitgehend unbemerkt von dem Museumsbetrieb am Wochenende. Hier ist noch zu erwähnen, dass ja das Chrysler Treffen Berlin/Brandenburg bei uns stattgefunden hat. Gut zwei Dutzend Autos der Marke Chrysler und Dodge waren dabei fotogen im Museumsgelände positioniert und konnten bewundert werden.
Am Sonntag fand außerdem ein sehr beachtenswertes, klassisches Konzert im Rahmen der Veranstaltungsreihe Klanglandschaft Prignitz statt. Weit über hundert Zuhörer ließen sich den Genuss nicht entgehen. Wir sagen Danke für Ihr Kommen und Ihre Unterstützung der Musiker. Wir freuen uns schon auf das nächste Konzert in unserer Halle.
So bleibt uns jetzt noch der Blick auf unsere nächste Veranstaltung Anfang Oktober. Wie immer, wird es sehr kurzweilig werden. Wir freuen uns schon auf den Besuch des Triebwagens aus Neustrelitz, mit dem wir Sonderfahrten in den Hafen von Wittenberge und nach Osterburg anbieten werden. Details dazu im nächsten Newsletter in ein paar Tagen.
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